Die Malmaschine

Künstler: Fritz Aigner
Jahr: 1986
Technik: Öl auf Holz
Maße: 39,7 x 27 cm
Abgebildet in: Hannes Etzlstorfer, Fritz Aigner – Wunderkind und Malmaschine. Brand­stät­ter Verlag. Wien 2010, S. 366

Im Ölgemälde Die Malmaschine stellt sich Fritz Aigner selbst ins Zentrum eines verdichteten Bildgeschehens. Er malt sich nackt, sitzend auf einer Malmaschine und lenkt diese. Nicht passiv, nicht ausgeliefert – sondern bewusst steuernd. Mit konzentrierter Kontrolle dirigiert er zahlreiche mechanische Arme, die gleichzeitig am Kunstwerk im Hintergrund arbeiten. Maschine und Maler geraten dabei an ihre Grenzen: schweißtreibend, dampfend, ohne Unterbrechung. Malerei wird hier zur simultanen Handlung, zu einem Prozess ohne Pause.

Erneut handelt es sich um ein Bild im Bild. Aigner malt hier ein Porträt von Rembrandt. Der alte Meister ist nicht nur Vorbild, sondern künstlerischer Gefährte und Alter Ego. Aus dem Auge Rembrandts, das von einer Lupe vergrößert wird, fließen Tränen. Über die gesamte Bildfläche verteilt, finden sich weitere Tropfen: Wasser, Schweiß, Tränen – nicht eindeutig unterscheidbar. Auch Aigners Kopf ist von Schweißperlen überzogen. Dampf steigt aus der Maschine auf, aber ebenso aus seinem Körper. Mensch und Mechanik geraten in einen gemeinsamen Zustand der Überhitzung.

Auf Aigners Brust öffnet sich eine Lichtquelle, aus der ein gebündelter Strahl direkt auf das entstehende Kunstwerk trifft. Das Licht kommt nicht von außen, sondern aus dem Inneren des Künstlers selbst. Es ersetzt Rembrandts Loch im Malerhut, das in anderen Werken als Lichtquelle dient, und macht den Körper zur eigentlichen Quelle der Schöpfung.

Die Malmaschine erzählt von einem unmenschlichen Arbeitstempo und von Malerei als körperliche Grenzerfahrung. Die Tränen im Auge Rembrandts wirken wie ein stiller Kommentar: Weint der Freund über die Rastlosigkeit, über das Tempo, über den Künstler, der sich selbst zur Maschine gemacht hat? Oder ist es Aigners eigene Erschöpfung, die sich im Gesicht des anderen spiegelt?

Das Bild ist kein Lob der Produktivität. Es ist ein schonungsloser Blick auf das künstlerische Arbeiten als Zustand zwischen Kontrolle und Selbstverlust – intensiv, präzise und zutiefst menschlich.

Schmankerlwirt
Inge & Arni Lummerstorfer

Brückenstraße 15
A-4191 Vorderweißenbach

Öffnungszeiten:

Do: 16:00 – 24:00 Uhr

Fr: 16:00 – 24:00 Uhr

Sa: 08:00 – 24:00 Uhr

So: 08:00 – 24:00 Uhr

Warme Küche:

Do: 16:00 – 20:00 Uhr
Fr: 16:00 – 21:00 Uhr
Sa: 11:00 – 21:00 Uhr
So: 11:00 – 19:00 Uhr

Geänderte Öffnungszeiten: