Anastasia. Torso.

Künstler: Hermann Eckerstorfer
Jahr: 2024
Technik: Holzskulptur
Maße: 80 x 35 cm

Der Torso Anastasia wirkt auf den ersten Blick ruhig und selbstverständlich. Arme, Beine und Kopf fehlen – und gerade da durch richtet sich der Blick ganz auf den Körper selbst, auf seine Form, seine Kurven und seine ästhetische Präsenz. Der Rumpf steht für sich, in sich geschlossen, ohne etwas zu erklären.

Die weibliche Figur ist weich und organisch geformt. Brust, Taille und Hüfte gehen fließend ineinander über. Nichts ist scharf oder hart gesetzt, alles wirkt aus einem inneren Rhythmus heraus entstanden. Eckerstorfer folgt keiner klassischen Schönheitsnorm, sondern einer organischen Logik, die Natürlichkeit und Selbstverständlichkeit ausstrahlt. Statt Perfektion zeigt er einen natürlichen, geerdeten Körper – ruhig und in sich stimmig.

Eine zentrale Rolle spielt das Material. Die Maserung des Eichenholzes zieht sich wie ein natürliches Zeichensystem über die Oberfläche. Linien, Wirbel, Verdichtungen folgen den Körperformen und betonen sie. Licht und Schatten spielen auf der fein geschliffenen Oberfläche und lassen immer neue Details sichtbar werden. Die Farbigkeit entsteht allein aus der Holzstruktur, die dem Körper Lebendigkeit und Tiefe verleiht, fast so, als hätte sich die Form lang sam aus dem Material heraus entwickelt.

Aus der seitlichen Ansicht wird die besondere Gestaltung noch deutlicher. Die leichte Neigung nach oben und die unterschiedlich hohen Abschlüsse verstärken den Eindruck von Bewegung und Wachstum. Der Torso wirkt nicht statisch, sondern lebendig – fast so, als würde er sich langsam aufrichten. Diese Asymmetrie verleiht der Skulptur Spannung, ohne die Ruhe zu stören.

Die fehlenden Gliedmaßen treten dabei völlig in den Hintergrund. Sie werden nicht vermisst. Der Körper wirkt vollständig, in sich geschlossen. Die Reduktion lenkt den Blick auf das Wesentliche: auf Körperlichkeit, Material und Form. Diese Unvollständigkeit ist jedoch bewusst gewählt. Sie verweist auf Vergänglichkeit, auf das Fragmentarische menschlicher Existenz – ohne traurig oder schwer zu wirken. Der Torso erinnert an antike Skulpturen, die trotz Beschädigung ihre Würde behalten haben – gleichzeitig wirkt er zeitlos und gegenwärtig.

Anastasia lädt dazu ein, stehen zu bleiben und genauer hinzu sehen: die Linien mit dem Blick nachzufahren, die Oberfläche zu erkunden und im scheinbar Einfachen eine unerwartete Tiefe zu entdecken.

Schmankerlwirt
Inge & Arni Lummerstorfer

Brückenstraße 15
A-4191 Vorderweißenbach

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Fr: 16:00 – 24:00 Uhr

Sa: 08:00 – 24:00 Uhr

So: 08:00 – 24:00 Uhr

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