Hat da jemand Bambi gesagt?!

Künstler: Zorica Nikolic Aigner
Jahr: 2016
Technik: Acryl auf Leinwand
Maße: 120 x 160 cm

In den Bildern der Wiener Künstlerin Zorica Nikolić Aigner sind Tiere keine Nebenfiguren. Sie treten als souveräne Gegenüber auf – mit Haltung, Präsenz und einem Blick, der nicht ausweicht. In Anlehnung an klassische Herrschaftsporträts entstehen ambivalente Erzählungen, in denen sich die Rollen von Betrachtendem und Betrachtetem verschieben: Das Tier wird nicht bloß gezeigt, es blickt zurück.

Diese Spannung prägt auch das Gemälde „Hat da jemand Bambi gesagt?!“ aus dem Jahr 2016. Ein ausgewachsener Hirsch dominiert die Leinwand. Sein mächtiges Geweih spannt sich weit nach oben, sein Blick ist ruhig, durchdringend und direkt auf den Betrachter gerichtet. Die Erscheinung wirkt ehrwürdig und imposant, beinahe königlich – der Inbegriff einer Jagdtrophäe, der Traum eines jeden Jägers.

Doch dieses Bild hält nicht stand. Auf dem Kopf des Hirsches sitzt ein Jägerhut, vom linken Geweih durchbohrt. Das Tier trägt das Symbol seines größten Feindes – und hat diesen zugleich besiegt. Die Rollen kehren sich um: Der Jäger wird zum Gejagten, die vermeintliche Beute zur triumphierenden Figur.

Diese Umkehr verleiht dem Werk eine traumhafte, fast surreale Qualität. Realität und Vorstellung beginnen sich zu überlagern. Der weich verschwommene blau-grüne Hintergrund löst das Tier aus jeder konkreten Umgebung. Der Hirsch scheint weder Teil der Jagd noch Teil der Natur zu sein – er wird zur Vision.

Auch der Kontext der Präsentation verstärkt diese Ambivalenz. In der Sammlung Lummerstorfer ist das Gemälde von Jagdtrophäen umgeben und direkt über dem Jägerstammtisch platziert. Der Hirsch thront im Zentrum – als König unter den Gejagten, als stiller Sieger. Das Werk wird so zu einem Finger zeig: unaufdringlich, aber unmissverständlich zeigt es, wie fragil Macht ist und wie schnell sich vermeintliche Überlegenheit ins Gegenteil verkehren kann.

Eine literarische Parallele findet sich in Felix Saltens Buch Bambi aus dem Jahr 1923. In einem zentralen Moment spricht der alte Hirsch zu Bambi über einen toten Jäger:

„Siehst du wohl, Bambi“, sprach der Alte weiter, „siehst du nun, dass Er daliegt, wie einer von uns? Höre Bambi, Er ist nicht all mächtig wie sie sagen. Er ist es nicht, von dem alles kommt, was da wächst und lebt. Er ist nicht über uns! Neben uns ist Er wie wir selber, denn Er kennt wie wir die Angst, die Not, das Leid. Er kann überwältigt wer den und dann liegt Er hilflos am Boden, so wie wir anderen, so wie du Ihn jetzt vor dir siehst.“

Zorica Nikolić Aigner übersetzt diesen Ge danken in eine zeitgenössische, bildliche Sprache – leise, präzise und mit nachhaltiger Wirkung.

Schmankerlwirt
Inge & Arni Lummerstorfer

Brückenstraße 15
A-4191 Vorderweißenbach

Öffnungszeiten:

Do: 16:00 – 24:00 Uhr

Fr: 16:00 – 24:00 Uhr

Sa: 08:00 – 24:00 Uhr

So: 08:00 – 24:00 Uhr

Warme Küche:

Do: 16:00 – 20:00 Uhr
Fr: 16:00 – 21:00 Uhr
Sa: 11:00 – 21:00 Uhr
So: 11:00 – 19:00 Uhr

Geänderte Öffnungszeiten: