Regina Hofer ist eine österreichische Künstlerin, deren Arbeiten sich zwischen Abstraktion und erzählerischer Andeutung bewegen. Ihr künstlerisches Schaffen umfasst Malerei, Druckgrafik so wie Comics und Animationen, die heute einen Schwerpunkt ihrer Arbeit bilden. In ihren frühen Werken zeigt sich bereits ein starkes Interesse an Farbe, Fläche und Beziehung – weniger an klaren Motiven oder festgelegten Bedeutungen.
Hofers Bilder entstehen aus dem Prozess heraus. Sie folgen keiner vorgezeichneten Bildidee, sondern entwickeln sich Schicht für Schicht. Formen tauchen auf, verändern sich, verschwinden wie der oder treten in neue Zusammenhänge. Dadurch bleiben ihre Arbeiten offen und vieldeutig. Sie erzählen keine Geschichten im klassischen Sinn, sondern erzeugen Stimmungen, Zustände und Spannungen.
Was ihre Arbeit verbindet, ist die bewusste Zurückhaltung. Hofer vermeidet klare Festlegungen und lädt stattdessen dazu ein, sich auf das Sehen einzulassen. Farbe, Form und Rhythmus übernehmen die Rolle der Erzählung. Ihre Werke wirken ruhig, manchmal rätselhaft, und entfalten ihre Wirkung oft erst beim längeren Betrachten.
Die Druckgrafikserie Schüchtern, Versprochen, Verliebt, Liebeswiese aus dem Jahr 1995 besteht aus vier Radierungen, die als zusammenhängendes Quartett gedacht sind. Jedes Blatt steht für sich, zugleich entwickeln die Arbeiten eine klare Abfolge. Die Titel geben eine emotionale Richtung vor und führen den Betrachter durch unterschiedliche Zustände von Nähe und Beziehung.
Auf den Drucken begegnen sich abstrakte Formen in Schwarz, Weiß und Grau. Sie wirken wie Figuren, ohne konkret zu werden. Mal stehen sie sich gegenüber, mal scheinen sie sich zu berühren oder ineinander überzugehen. Die reduzierte Farbpalette lenkt den Blick auf das Verhältnis der Formen zueinander.
Auffällig ist die Veränderung des Hintergrunds: Vom hellen Grau im ersten Blatt verdichtet sich der Raum zunehmend, bis er im letzten Bild fast vollständig dunkel wird. Gleichzeitig lösen sich die schwarzen Formen auf. In Liebeswiese bleiben helle Flächen zurück, die sich miteinander verbinden. Die Serie erzählt keine Geschichte im klassischen Sinn, sondern zeigt eine Entwicklung – leise, abstrakt und überraschend emotional.
Schmankerlwirt
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