Tier oder Landschaft

Künstler: Regina Hofer
Jahr: 1998
Technik: Aquarellfarben auf Papier
Maße: 29 x 27 cm

Regina Hofer ist eine österreichische Künstlerin, deren Arbeiten sich zwischen Abstraktion und erzählerischer Andeutung bewegen. Ihr künstlerisches Schaffen umfasst Malerei, Druckgrafik so wie Comics und Animationen, die heute einen Schwerpunkt ihrer Arbeit bilden. In ihren frühen Werken zeigt sich bereits ein starkes Interesse an Farbe, Fläche und Beziehung – weniger an klaren Motiven oder festgelegten Bedeutungen.

Hofers Bilder entstehen aus dem Prozess heraus. Sie folgen keiner vorgezeichneten Bildidee, sondern entwickeln sich Schicht für Schicht. Formen tauchen auf, verändern sich, verschwinden wie der oder treten in neue Zusammenhänge. Dadurch bleiben ihre Arbeiten offen und vieldeutig. Sie erzählen keine Geschichten im klassischen Sinn, sondern erzeugen Stimmungen, Zustände und Spannungen.

Was ihre Arbeit verbindet, ist die bewusste Zurückhaltung. Hofer vermeidet klare Festlegungen und lädt stattdessen dazu ein, sich auf das Sehen einzulassen. Farbe, Form und Rhythmus übernehmen die Rolle der Erzählung. Ihre Werke wirken ruhig, manchmal rätselhaft, und entfalten ihre Wirkung oft erst beim längeren Betrachten.

Die vier kleinformatigen Aquarelle aus dem Jahr 1998 geben einen eindrucksvollen Einblick in Regina Hofers prozesshafte Arbeitsweise. Die Bilder bewegen sich zwischen abstrakten Farbflächen und der Andeutung figuraler Formen.

Titel wie Tier und Mensch oder Tier oder Landschaft liefern Hinweise, ohne eindeutige Lesearten vorzugeben. Vieles bleibt bewusst offen.

In den ersten drei Arbeiten dominieren Grün- und Erdtöne. Die Farbflächen wirken weich, fast schwebend, und lassen Formen entstehen, die an Körper, Tiere oder Landschaften erinnern können, ohne sich festlegen zu lassen. Die Bilder scheinen miteinander verwandt, als wären sie aus einem gemeinsamen Gedankenfluss heraus entstanden. Sie treten in Dialog zueinander, durch ähnliche Farbigkeit und wiederkehrende Silhouetten.

Das vierte Werk ohne Titel hebt sich deutlich ab. Hier dominiert ein kräftiges Rot, das sich in Schichten über einen grün-weißen Untergrund legt. Während die vorherigen Arbeiten stark flächig wirken, bleiben hier einzelne Linien und Pinselspuren sichtbar. Der Blick erinnert an ein Fenster, durch das man auf eine fragmentarische Landschaft schaut.

Schmankerlwirt
Inge & Arni Lummerstorfer

Brückenstraße 15
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